Beitrag vom 10.06.2025 "10 Jahre - und noch nicht fertig"
Siehe auch die Seiten "BEITRÄGE 20XX" ff
Willkommen auf meiner Seite!
(Das Bild entstand am Beginn der Überführung mit der griechischen Insel Lefkas achtern aus, im Ionischen Meer.)
Hier soll also mein Projekt so gut es geht dokumentiert werden.
Am besten immer mal wieder rein schauen!!
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....und wieder grüßt das Murmeltier. Das Jahr ist um, keinen Tag gefehlt, glaub' ich 😉 und schon wieder muss ich echt nachdenken was ich denn die ganze Zeit bloß gemacht habe? Na gut, also es war ja schon Juni und bis der Mast dann alleine ohne Kranstützen stand, war dieser auch schon rum, der Juni. Und weil wir noch nicht im Boot leben, muss praktisch so nebenbei auch das Haus in Schuss gehalten werden. Die angebauten Kunststoffglas-Überdachungen mussten dringend gereinigt werden, danach wurde in erschreckender Weise sichtbar das sie doch nach gut 20 Jahren mehr oder weniger so beschädigt waren und sind, dass sie neu gemacht werden mussten und müssen. Ich wollte mir dafür einen Monat Zeit nehmen, sehr cool, aber es waren dann mehr als zwei und ein Dach steht noch aus - ...2026, ich hörte es geht weiter und es soll jetzt doch kommen, also keine Panik, ja!?
Im verregneten Juli hatte ich die Veranda in der Mache. Entsprechendes Edelstahlrohr fertig gebogen und entsprechende Mahagoniholzleisten auf Wunschmaß fertig gesägt standen schon eine Weile, vielleicht 'n Jahr oder so, in verschiedenen Ecken. Der Plan waren zwei Böden aus einem Edelstahlrohrrahmen, gefüllt mit Mahagonieholzleisten. Die Schweißarbeiten waren zumindest bei einem der beiden Teilböden etwas kompliziert, weil die Heckwinch (zur Bedienung des Heckankers), die sich den Platz mit der eingepackten Veranda ein Stück weit teilen muss, ausgespart werden musste. Scharniere gibt es für sowas natürlich auch nicht von der Stange, die beiden Verandabodenhälften sollten zusammengefaltet in der dafür vorgesehenen Vertiefung des von mir damals selbst bereits dafür konstruierten und das Boot verlängernden Hecks verschwinden. Die dafür auch notwendige Deckel-Bodenplatte, hatte ich nach und nach bereits als Leichtbaukonstrukt über die Zeit fertig gestellt. Die Doppelscharnierkonstruktion mit Hilfe derer die Veranda über die Heckquertraverse hinweg geschwenkt werden kann, funktioniert voll krass echt genau so wie ich mir das gedacht hatte. Das Zusammenfalten der beiden Bodenteile funktionierte aber zu meinem allergrößten Frust erst einmal nicht. - Warum, weil ich die Höhe der Muttern der Verschraubung der Holzleisten im Rahmen unterschätzt hatte und die beiden Rahmenteile sich so nicht um 180° sondern nur um vielleich 150° zusammenfalten ließen. Das waren dann ja mal so einige mehrere Tage Arbeit. Die einzige Lösung die mir dazu einfiel war die Verwendung von Hülsenmuttern. Diese haben in der Hülse ein Gewinde und selbst einen Senkkopf und verlegen die Mutter sozusagen nach innen! Dafür musste aber alles wieder ausgebaut und die beiden jeweils gegeneinander liegenden Leistenbefestigungen komplett entfernt werden um dann alle betroffenen Bohrungen aufzubohren und entsprechend zu senken, damit die Köpfe der Hülsenmuttern keine Überhöhung mehr hatten. Aber noch bevor die nachbestellten Schrauben und Hülsenmuttern überhaupt da waren, war auf jeden Fall dafür schon mal die Zeit weg und Jörg, diesmal zusammen mit Silvia, - vielen vielen Dank Euch beiden(!) - kamen zum Arbeitsbesuch um gemeinsam den letzten Versuch das Deckshaus mit Echtholzfurnier zu verkleiden, mit vielen fleißigen Händen in die Praxis um zu setzen!
Erstes Bild, das Heck geschlossen, im zweiten geöffnet mit innen liegendem, zusammengefaltetem Verandaboden. Die beiden Doppelscharniere ermöglichen es die Veranda über die Quertraverse hinweg zu schwenken.
Also die Idee das Furnier zuerst auf eine 2mm starke PVC-Schaumplatte auf zu kleben und dann die so vorgefertigten Kompositplatten an den Bootskörper zu kleben erwies sich tatsächlich als gangbare Möglichkeit. Keinesfalls aber trotzdem nicht endblöde Fehler zu machen! Natürlich hatte ich einen Klebversuch gemacht, um zu sehen wie die Verklebung mit der PVC-Schaumplatte funktioniert. Und was soll ich sagen, der Versuch war einwandfrei und dann bringe ich das Blödstück fertig und bestelle einen anderen Kleber, dessen Klebekraft erfahrungsgemäß noch besser war. Ja, aber nicht mit PVC und das Malheur nahm seinen Lauf, die Verklebung mit diesem Kleber erwies sich als zu schwach und von dem getestetet, funktionierenden Kleber, hatte ich viel zu wenig und musste Nachschub erst einmal bestellen.
An den später sichtbaren Kanten haben wir einen 2mm starke Echtholzumleimer eingelegt, so das später nichts von dem weißen PVC zusehen ist.
Die Verandaböden hängen am Davit - ja die sind auch angebaut! Und die Rückseite des Deckshauses ist bereits soweit fertig furniert!
Nun hat der Winter wieder alles im Griff und ich fülle die Tage mit Studium, Planung und Komponentenbau, zur Zeit mal wieder hauptsächlich in den schier unergründlichen Tiefen des Reiches der Elektrik / Elektronik - na dann 2026 so komme 🙂
Ehrlich, ich finde es auch nicht mehr lustig 🙁 Aber ebenfalls ehrlich, ich habe tatsächlich weder den Mut noch den Spaß bisher verloren - ich bin immernoch selbst für mich erstaunlich guter Dinge 🙂
Obwohl die Arbeiten durch den Winter natürlich im wesentlichen eher in geschützter Umgebung, hinterm Schreibtisch, im Keller, in der Werkstatt oder im Bootsinneren stattfanden, fange ich mal da an wo der letzte Beitrag endete, nach den verbogenen Mastkrantops.
Die neuen Tops waren auch flott fertig, weil alle Größen ja festlagen, somit praktisch nix mehr entwickelt, nur noch verbessert neu gebaut werden musste. Mit der ersten längeren Schönwetterperiode im Mai habe ich mich dann nochmals ans Werk gemacht den Mast nun endlich zu stellen.
Die neuen Mastkrantops. Die Ansätze sind jetzt nicht mehr nur geschweißt wie vorher und jetzt so stabil, dass im Überlastfall wahrscheinlich eher die vergewaltigten Bäume versagen. Ja - dafür aber der Überlastfall erst deutlich später eintreten dürfte - und aber Achtung, durch die Winch ausreichend Kräfte realisiert werden können, um auch diese zu gefährden! Das kann schon eine verklemmte Leine an einem langen Hebel sein, was erschreckend schwer zu erkennen ist. Der letzte Teil des Aufrichtens, so schon unter hoher Last, konnte daher nur Centimeter für Centimeter erfolgen.
Drei Phasen - den langen Mastteil dediziert anheben, das geht noch nicht über den eigentlichen Mastfall, sondern über eine Leine vom Masttop über den Kran an den vordersten Segelaufnahmepunkt. Das hat dann gleich noch den Vorteil die Leine mit der Ankerwinch ziehen zu können; eine zusätzliche Leine die am Krantop fest angeschlagen ist, ungefähr in der Hälfte des langen Mastteils einpicken; dann mit dem Mastfall den ganzen Mast nach und nach hochziehen, bis mit einer quer angeschlagenen Leine und dem von vorn gehaltenem Masttop der Knick heraus gezogen werden kann und der Mast sich fast wie von selbst ganz aufrichtet.
Alles klar, nun aber von Anfang an 🙂 Nun ging es wieder nach innen. Die Rumpfböden im Backboardrumpf sind im Laufbereich bereits länger fertig, jetzt war der Steuerboardrumpf, beginnend vorne in der Eignerkabine, an der Reihe. Bis zum 2. Hauptspant nur Holzarbeiten.
Dahinter hatte Hartmut und auch ich schon einiges vorbereitet. Es stand nun also ein komplexer Teil an, der Einbau der Kläranlage. Ich hatte das schon in früheren Beiträgen thematisiert. Um noch ausreichend Stehhöhe zu haben kann der Boden auf keinen Fall noch höher gestalltet werden. Für die Kläranlage mit original aufgebauten Versorgungsanlagen jedoch immernoch zu niedrig! Da war also einiges an der Kläranlage um zu bauen. Aber zuerst musste mal wieder ein guter Plan her. Einiges war zu berücksichtigen, eine Pumpe und ein 3 Wege Hahn mussten von der Kläranlage runter und irgendwie auf die Seite umgebaut werden. Aber es ist ja nicht nur die Kläranlage, die ganze Abwasseranlage beinhaltet ja noch viel mehr, zumindest wenn allen Anforderungen von Häfen und geschützten Gewässern die wir nach Möglichkeit, wenn immer es geht ohne Einschränkung, befahren wollen. Da gibt es Schwarzwasser von zwei Toiletten und Grauwasser von Duschen, Waschtischen, Waschmaschinen. Normaler Weise geht das Schwarzwasser in die Kläranlage und diese gibt, wenn sie einwandfrei funktioniert, vollständig geklärtes und biologisch totes Wasser ab, was dann überall außenboards gepumpt werden darf. Das Grauwasser wird gesammelt und einfach außenboards gepumpt. Ist dies an einer bestimmten Umgebung nicht zulässig, muss es in einem Auffangbehälter zwischengelagert werden, bist es entweder ordnungsgemäß abgepumpt werden kann, oder auf hoher See, außerhalb eingeschränkter Gebiete außenboards gepumpt werden kann. Wenn die Kläranlage nicht einwandfrei funktioniert oder gerade gewartet werden muss, sollte das Schwarzwasser auch direkt nach außenboards gepumpt werden können und während man sich gerade in geschützten Gewässern aufhält, auch in den Auffangbehälter. Na ja und wenn ich schon wieder mal so richtig dabei bin, dann auch gleich eine integrierte (da waren sie wieder, meine drei Probleme) Spülmöglichkeit für Kläranlage und Auffangbehälter und natürlich sowohl mit Außenwasser, als auch mit Wasser aus der Trinkwasserversorgung.
Die beiden 3 Wege Schieberventile für die Schwarzwasserumsteuerung im Eigenbau motorisiert. So kann die gesamte Schwarzwassersteuerung aus dem Cockpit gesteuert werden. Auch das Grauwasser kann mit zwei elektrischen Kugelhähnen automatisch zwischen außenbords und Auffangbehälter ferngesteuert werden. Rechts ein Blick in den relativ engen Raum neben der Kläranlage, der dann fast alle Technik enthalten wird.
Nachdem alles fertig geplant war, viele viele Kleinteile besorgt waren, die 3 Wegeventile für das Schwarwasser konstruiert, gebaut und getestet waren und die entsprechenden Ausschnitte in die seitliche Trennwand gesägt waren, musste nun aber endlich die Kläranlage, 1 Meter 50 lang, 61 cm breit und ca 60 kg schwer irgendwie ins Boot und an ihren Platz. Links also, wo das Monsterdings rein musste. 2. Bild von links die rote Schutzdecke auf der Heckplattform des Bootes, weiter in diesem Bild das frei gemachte linke Cockpit-Rückseitenfenster mit der blauen Schutzdecke. Nun schnell nach innen gerannt, um gedreht und das 3. Bild gemacht, was den Weg im Inneren zeigt, durch das Fenster (mit der blauen Decke), durch den Salon, den Niedergang hinunter, in die Küche hinein, die Gott sei dank aber noch nicht eingebaut ist! Nun noch nach rechts in den vorbereiteten Steuerboardrumpf und - voila sie ist an ihrem vorgesehenen Platz. Ganz alleine ging es diesmal aber nicht, mein lieber Nachbar Rainer, durch seine Arbeit gewohnt täglich Tonnen zu bewegen, hätte es, glaub' ich, auch alleine geschafft. Ich durfte aber ihn einwenig unterstützen, Minuten später war es erledigt.
Das ganze Abwassersystem soweit fertig eingebaut, rechts die Kläranlage schon mal mit den vorgesehenen Klappen abgedeckt. Passt 🙂 Der Raum links davon mit dem Auffangbehälter und der Technik liegen unter einem Schrank und später hinter einer Tür.
Nun geht es wieder hauptsächlich außenboards weiter. Nachdem der erste Versuch das Deckshaus mit Echtholzfurnier zu verkleiden voll in die Dudden gegangen ist, starte ich noch einen Versuch. Geht der auch in die Grütze wars das mit dem Holz, dann wird's angemalt und fertig.
Was man immer auch bauen mag, immer sind die Möglichkeiten begrenzt. Das gilt für jeden professionellen Betrieb und aller aller erst recht für meine Möglichkeiten - also muss die Konstruktion auch immer so sein, dass sie eben meinen Mitteln und Fähigkeiten angepasst ist - sonst geht's halt net - denn - so sei es hier nochmal erwähnt - solche technische Einrichtungen, welche auch immer, nach Vorgaben und den Gegebenheiten konstruieren zu lassen, um sie dann, wahrscheinlich von mehrer Betrieben in Einzelkomponenten gefertigt, von einem Führungsbetrieb als gesamtes Bauteil mit entsprechender Qualitätsgarantie montiert und geprüft, bauen zu lassen, ist in unserem Wirtschaftsrahmen eben keine Alternative. (Wer schon mal so etwas in Auftrag gegeben hat, weiß von welchem Kostenrisiko ich rede.)
Bis jetzt stand die Planung allein im Vordergrund. D.h. ich habe ein 3 D Modell im Computer erstellt.
In diesem Jahr sollen alle Arbeiten und Änderungen am Rumpf durchgeführt werden, soweit ist auch die Planung erstellt.
Ich konnte im Nachfolgeunternehmen des ehemaligen Herstellers des Katamarans einen Konstrukteur finden, der sich die Planungen angeschaut hat. Und weil nichts gegenteiliges geantwortet wurde, kann ich mir sicher sein, dass die Seetüchtigkeit des Bootes durch meine Umbauwünsche nicht eingeschränkt wird.